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Transition

 

Was ist eigentlich Transition?

Wie bereite ich mich darauf vor?

Wie geht es dann weiter?

Antworten erhältst Du unter dieser Rubrik.



 

Was ist das?

Das englische Wort „transition“ bedeutet übersetzt Übergang und bezeichnet in der Medizin den Wechsel chronisch erkrankter Jugendlicher von der Kinder – und Jugendmedizin in die jeweilige Spezialabteilung der „Erwachenenmedizin“.

Transition ist dabei aber nicht der einfache Arztwechsel, sondern ein im Optimalfall über mehrere Jahre dauernder Prozess. In diesem Prozess sollst Du auf den Arztwechsel und Sitten und Gepflogenheiten außerhalb der Kinder – und Jugendmedizin vorbereitet werden.
Der Arztwechsel selbst kann bestenfalls an Dich und Deine Wünsche angepasst werden. Meist erfolgt er jedoch in zeitlicher Nähe zu Deinem 18. Geburtstag – also deiner Volljährigkeit.

Ziele

Wesentliche Ziele im Transitionsprozess sind:

  • Erlangung von Selbstständigkeit
  • Übernahme von Verantwortung
  • Aneignung von Wissen über Deine eigene Erkrankung
  • Lernen Probleme direkt anzusprechen
  • Berufswahl / Beginn der beruflichen Ausbildung
  • stabiles soziales Umfeld aufbauen

 

Vorbereitungen

 

Bevor Du zu Deinem neuen zukünftigen Arzt gehst, gibt es eine ganze Menge an Dingen, über die Du nachgedacht haben solltest.

„Terminergatterung“

Sehr plump formuliert, aber häufig nicht bedacht: Viele Rheumatologen haben lange Wartezeiten für Neupatienten - teilweise bis zu einem Jahr. Auch deshalb ist Transition nicht erst mit der Volljährigkeit ein Thema!
Vielleicht fragst Du Deinen Kinderarzt beim nächsten Termin, ob er eine Empfehlung für Dich hat.

Rekapitulation Deiner Erkrankung

Viele von uns leben mit ihrer rheumatischen Erkrankung schon nahezu ihr ganzes Leben – und waren in dieser Zeit auch immer beim gleichen Arzt. Bedenke, dass ein neuer Arzt Deine Krankheitsgeschichte nicht kennt und in der Regel weder Zeit noch Lust hat, über 15 Jahre alte Arztbriefe zu lesen.

Im Optimalfall hast Du die Möglichkeit an einer so genannten Transitionsprechstunde teilzunehmen: Hier triffst Du Dich mit Deinem Kinderarzt und Deinem zukünftigen Rheumatologen, um die wichtigsten Aspekte Deiner Erkrankung zusammenzufassen und weiter zu geben.

Falls dies nicht der Fall ist, bist Du beim ersten Termin umso mehr gefordert: Es wird von Dir als Erwachsener erwartet, dass Du Dich mit Deiner Erkrankung auskennst und eine kurze Zusammenfassung geben kannst. Kennst Du zum Beispiel Deine „fachchinesische“ Diagnose und Deine aktuellen Medikamente mit Dosierungen?

Zeitmanagement

Rheumatologen haben sehr viel weniger Zeit für jeden Patienten, als Dein Kinderarzt. In der Regel, gibt es ein ausführliches Erstgespräch. Folgetermine können aber auch schon mal in 10-15 Minuten erledigt sein.

Umso wichtiger ist es, dass Du Dir vorher Gedanken gemacht hast, was Du ansprechen möchtest und dies auch eigenständig tust. Gibt es Probleme mit Medikamenten? Tun Dir bestimmte Gelenke in letzter Zeit besonders weh? Oder brauchst Du einfach nur ein neues Rezept?
Hier gilt das Motto: „Nur sprechenden Menschen kann geholfen werden!“

Apropos Zeitmanagement: Hast Du Dir schon einmal Gedanken darüber gemacht, wie Du selbst an einen Termin denkst, den Du schon lange im Voraus gemacht hast? Richtig blöd ist nämlich, wenn Du den Termin verschwitzt und dann nochmal 4 Wochen oder sogar länger auf einen Neuen wartest.

Der 1. Termin beim neuen Arzt

Wenn Du mit entsprechender Vorbereitung zu dem ersten Termin beim neuen Arzt gehst, kann eigentlich nichts schief gehen.
Beim ersten Termin ist es manchmal ratsam, eins deiner Elternteile oder eine andere Vertrauensperson mitzunehmen. Sie sollen in dem Gespräch keine aktive Rolle einnehmen, aber können Dir Sicherheit vermitteln und vielleicht ein Stichwort geben, wenn Du etwas nicht sofort weißt. Denn klar ist auch, dass man in die aktive Gesprächsführung erst einmal reinwachsen muss.

 

Arztwechsel

Nach einer langen Vorbereitung, die im Transitionsprozess von Deinem Kinderarzt und Dir gemeinsam geleistet wurde, kommt irgendwann der Zeitpunkt des Arztwechsels. Dieser Zeitpunkt sollte an Deine Lebenssituation angepasst sein und auch Deinen „Entwicklungsstand“ im Hinblick auf die Transitionsziele mit berücksichtigen.

Viele von uns hatten ein mulmiges Gefühl nach so langer Zeit beim Kinderarzt, den man gut kannte und der einen die ganze Krankheitsgeschichte über begleitet hat, zu einem anderen Arzt zu gehen. Doch in der Regel gewöhnt man sich langsam an den neuen Umgangston (zum Beispiel, dass aus Du ein Sie wird) und lernt diesen irgendwann auch zu schätzen.

In der modernen Erwachsenenmedizin kooperieren Arzt und Patient als gleichberechtigte Partner. Dein Arzt stellt Dir Therapiemöglichkeiten zur Auswahl - die Entscheidung liegt aber letztendlich bei Dir - und damit meine ich wirklich allein Dich. Natürlich berät Dein Arzt Dich weiterhin und gibt Dir bestenfalls Empfehlungen, genauso wie Du Dir Rat bei Deinen Eltern oder Freunden holen kannst.

An dieser Stelle solltest Du aber schon gelernt haben, dass nicht Deine Eltern für die Konsequenzen Deines Handelns verantwortlich sind. Ein Beispiel: „Meine Mutter hat mich heute Morgen nicht daran erinnert meine Tabletten zu nehmen, deshalb habe ich jetzt Schmerzen.“ oder „Ich habe heute Morgen meine Tabletten vergessen, deshalb habe ich jetzt Schmerzen.“ Du möchtest wie ein Erwachsener behandelt werden – also verhalte Dich auch so und steh sowohl zu Deinen Entscheidungen als auch zu Deinen Fehlern. Denn die sind menschlich und passieren uns allen!

 

Und danach?

Im Gegensatz zum Kinderarzt wird Dir Dein Rheumatologe wahrscheinlich keinen festen Zeitpunkt für einen neuen Termin vorgeben. Trotzdem sind zwei Sachen wichtig:

Regelmäßige Kontrolle

Nur weil Du jetzt in der Erwachenenmedizin betreut wirst, hat sich die Tatsache, dass Du eine chronische Erkrankung hast nicht geändert. Und diese braucht Kontrollen. Vernachlässige die regelmäßigen Blut – und Urinkontrollen, auch wenn Dich keiner mehr ständig daran erinnert, nicht! Denn gerade etwas zu tun, zu dem man nicht ständig gedrängt wird, zeigt Deine in der Transition erworbene Selbstständigkeit und in gewisser Weise auch den „Grad des Erwachsenseins“. Wir wollen hier nicht das Fass mit der Frage aufmachen, ob es Leute gibt, die nie erwachsen werden. Darüber kannst Du Dir ja vielleicht selbst irgendwann einmal Gedanken machen.

Erkenne Zeichen und handle!

Fakt ist, niemand hat Lust krank zu sein. Aber wenn sich Vorboten eines Schubes melden, handle sofort. Niemand – und vor allem nicht Du selbst – hat etwas davon, wenn Du die Anzeichen erst einmal ignorierst und versuchst irgendwie weiterzumachen.

Denk immer daran, dass Du mit Deinem Körper noch ein paar Jährchen leben willst und dass einmal durch Entzündungen hervorgerufene Schäden zum Beispiel am Knochen irreversibel sind.

Der Bundesverband

Der Verein wurde 1990 gegründet und seine Mitglieder sind zum Großteil Eltern rheumakranker Kinder und Jugendlicher. Sie kennen die Probleme, die diese Krankheit mit sich bringt und stehen anderen gern mit Rat und Tat zur Seite. Heute hat der Bundesverband über 400 Mitglieder.

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